Ein sehr beachtenswertes Signal – die Haltung des Präsidenten der New Yorker Fed: Eine Zinserhöhung im September ist nicht in Stein gemeißelt!
┈➤ Eine besondere Rolle
Tatsächlich ist der Präsident der New Yorker Fed eine ziemlich besondere Figur.
Die Fed ist die Zentralbank der USA und besteht aus zwei Teilen: Zum einen dem Board of Governors, dem administrativen Hauptorgan der Zentralbank; zum anderen aus 12 regionalen Federal Reserve Banken, die für die lokalen Finanzmärkte zuständig sind.
Das FOMC der Fed ist für die Geldpolitik verantwortlich und besteht aus allen 7 Mitgliedern des Board of Governors sowie 5 regionalen Fed-Präsidenten.
Der Präsident der New Yorker Fed hat einen ständigen Sitz im FOMC, während die anderen 4 Sitze unter den 12 regionalen Fed-Präsidenten rotieren.
Außerdem ist der Präsident der New Yorker Fed der Vizevorsitzende des FOMC. Somit ist das FOMC eine Vertretung der regionalen Fed-Präsidenten und wirkt als Gegengewicht zum Board of Governors.
Das Board of Governors als administratives Organ hat im Vergleich eine starke makroökonomische und politische Ausrichtung, während die regionalen Fed-Banken enger mit den Finanzmärkten verbunden sind und praktisch „bodenständiger“ agieren.
Deshalb hat der Präsident der New Yorker Fed eine ausgleichende Funktion zwischen Politik und Finanzwelt innerhalb der Fed.
┈➤ Ein besonderer Hintergrund
Die Fed befindet sich derzeit in einer kurzfristig recht besonderen Situation.
Der ehemalige Vorsitzende Powell bleibt als Gouverneur im Amt, obwohl er sich sehr zurückhaltend gibt. Sein Hauptmotiv für den Verbleib war, die Nominierung von Waller durch Trump zu verhindern und eine übermäßige Einflussnahme Trumps auf die Fed zu vermeiden.
Waller ist erst kurz im Amt und hat noch nicht genügend Ansehen und Führungsstärke aufgebaut.
Als Vizevorsitzender des FOMC, der die Balance zwischen Politik und Finanzwelt hält, könnte die Haltung des Präsidenten der New Yorker Fed derzeit erheblichen Einfluss haben.
┈➤ Ein besonderes Risiko
Obwohl viele gewohnt sind, sich auf Bewährtes zu verlassen, ist das Risiko der US-Staatsanleihen heute historisch nahezu beispiellos.
Zinserhöhungen führen zu steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen, höheren Finanzierungskosten und verschärfen das Risiko weiter.
Obwohl der Präsident der New Yorker Fed, Williams, von den Medien als neutral eingestuft wird, sind seine jüngsten Äußerungen eher dovish und deuten darauf hin, dass die Inflation ihren Höhepunkt erreicht hat.
Insbesondere seine heutige Rede, nach dem starken Anstieg der 30-jährigen US-Staatsanleihenrendite, lässt vermuten, dass er das Risiko der US-Staatsanleihen im Blick hat.
Daher spiele ich mit dem Gedanken, eine 10-Dollar-Option auf keine Zinserhöhung im September zu kaufen.
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