Morgan Stanley hat das Kursziel für Circle auf 38 US-Dollar drastisch gesenkt, was im Grunde genommen ein Schnäppchenjagdversuch ist.
Kurz gesagt, sie haben drei Gründe für die Herabsetzung des Kursziels genannt:
„USDC-Umlaufmenge schrumpft, Konkurrenzbedrohung, steigende Vertriebskosten“
1⃣ USDC-Umlaufmenge schrumpft
Die Umlaufmenge wächst im Grunde genommen jedes Quartal, nur ab 2025 Q4 gab es Werte von +2,2 %, +2,3 % und -4,8 %. Nur basierend auf diesen drei Quartalen, von denen nur eines negativ war, von einer strukturellen Schrumpfung von USDC zu sprechen, ist nicht gerechtfertigt. Tatsächlich wurde der historische Höchststand der USDC-Umlaufmenge erst in diesem Jahr erreicht.
Was die Berichte der Mainstream-Medien betrifft, so haben sie die Annahmen von Morgan Stanley für das USDC-Angebot in den Jahren 2027 und 2028 um 33 % bzw. 44 % nach unten korrigiert. Das bezieht sich jedoch nur auf Morgan Stanleys eigenes früheres Modell. Die Medien geben nur die Prozentzahlen wieder, erwähnen aber nicht die tatsächlichen Beträge, sodass nicht überprüfbar ist, ob es sich bei der Herabsetzung um einen tatsächlichen Rückgang oder nur um eine Anpassung der Wachstumsrate handelt.
2⃣ Konkurrenzbedrohung
Institutionen wie BlackRock und Franklin haben tokenisierte Geldmarktfonds eingeführt, die Zinsen an die Inhaber auszahlen, was bei USDC nicht der Fall ist. Morgan Stanley glaubt, dass dies Kapital von Stablecoins abziehen wird.
Tatsächlich ist der Marktführer bei tokenisierten Geldmarktfonds derzeit Circle selbst: USYC hat im März dieses Jahres BlackRocks BUIDL überholt. Der Marktanteil von BUIDL fiel von 46 % auf 18 %, während USYC bei 20 % liegt. Binance hat USYC bereits als außerbörsliches Sicherheiteninstrument für institutionelle Derivate gelistet.
3⃣ Steigende Vertriebskosten
Morgan Stanley ist der Ansicht, dass mit dem Erscheinen von Open USD die Kosten für Circle zur Aufrechterhaltung des USDC-Vertriebs steigen werden. Zudem gibt es Verträge mit Coinbase und Hyperliquid, die die Wirtschaftlichkeit von USDC schwächen werden. Man erwartet, dass die RLDC-Gewinnmarge von 41,4 % im Q1 auf 38 bis 40 % zurückgeht.
Die tatsächlichen Finanzzahlen widerlegen diese Annahmen jedoch deutlich: Die RLDC-Gewinnmarge liegt bei 41,2 %, die Nettorendite der Reserven bei 38,5 %. Die Jahresprognose für RLDC wurde nicht gesenkt, sondern auf 41,7 bis 43,7 % erhöht. Die Prognose für sonstige Einnahmen liegt bei 310 bis 330 Millionen, fast eine Verdopplung. Zudem wurde im Bericht erwähnt, dass der Plattformanteil um 73 % jährlich wächst, was bedeutet, dass immer mehr USDC auf Circles eigener Plattform verbleiben und somit Vertriebskosten eingespart werden.
Zusammenfassend: Das Kursziel von 38 US-Dollar basiert auf der Annahme eines Rückgangs des Saldo und einer sinkenden Gewinnmarge. Nach Veröffentlichung des Finanzberichts hat sich der Rückgang der Gewinnmarge nicht nur nicht bestätigt, sondern ist sogar ins Gegenteil verkehrt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Aussichten für $CRCL uneingeschränkt positiv sind. Die Verbesserung der Gewinnmarge hat eine Obergrenze, während die Schrumpfung der Umlaufmenge keine Untergrenze hat. Ein Rückgang der Umlaufmenge um 5 Milliarden seit dem Höchststand ist Fakt, und ab nächstem Jahr steht zudem die Herausforderung von Zinssenkungen bevor.
$CRCL
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